Sehnsucht nach Zuhause

Beim gestrigen Besuch konnte ich Mama nichts recht machen. Sie nörgelte und meckerte die ganze Zeit an mir herum. Erst wollte sie ins Bewohnercafe. Als wir ankamen, waren ihr zu viele Leute da. Sie wollte aufs Zimmer. Dann wollte sie raus. Draußen war es ihr zu kalt… Die Frage, die sie beschäftigte war, wann sie wieder nach Hause kann. „Zuhause“ steht für ihr altes, eigenständiges Leben. „Zuhause“ ist das Ideal dieses Lebens, denn daß sie sehr isoliert gelebt hat, weil sie kaum noch die Wohnung im dritten Stock verlassen konnte, die keinen Aufzug hatte, das weiß sie nicht mehr. „Morgen mußt Du mich ganz bestimmt nach Hause bringen“ fordert sie von mir.Es ist schwer in so einer Situation angemessene Worte zu finden. Genau vier Jahre ist es her, daß sie im Heim eingezogen ist. Ich habe mich an unseren ersten Sonntagsspaziergang erinnert, bei dem wir die neue Umgebung erkundet haben. Zwischen damals und heute liegen Welten. Und immer noch kann sie sprechen. Und genau dass sie soviel von ihrer Krankheit mitbekommt, macht es so schwer für sie.
Und damals wie heute saß sie am Eingang: Photobucket