Weitergedacht: epidemische Ausmaße

Neulich als beim Auslandsjournal der Moderator einen Beitrag über eine Alzheimer-Siedlung in den Niederlanden einleitete, wies er darauf hin, daß in Deutschland in jeder Stunde bei zwanzig Menschen eine Demenzdiagnose gestellt wird. Das sind dann – so wie Statistiken funktionieren – jeden Tag 480 (vierhundertachtzig) Neuerkrankungen, 3360 (dreitausenddreihundertsechzig) Neudiagnosen pro Woche und 13340 jeden Monat. Das ist eine Kleinstadt. Im Jahr wären das 160 080 Neuerkrankungen. Das sind mehr Menschen als in Oldenburg mit 157 000 Einwohnern leben.

Kann das wirklich stimmen? Das ist ja astronomisch. Ich befrage die Suchmaschine meines Vertrauens und finde auf der Seite Medizininfo folgende Angaben:

Jedes Jahr erkranken zuvor gesunde Menschen neu an einer Demenz. Diese Zahl der Neuerkrankungen nennt man auch Inzidenz. In Deutschland sind das etwa 231.000 Neuerkrankungen bei den über 65. Jährigen. Davon entfallen auf die Alzheimer Erkrankung etwa 125.000.
Jedes Jahr erkranken über 200.000 Menschen neu.
Derzeit wird die Zahl der Betroffenen in Deutschland auf 935 000 geschätzt.

Zum Vergleich: Köln hat derzeit 998 105 Einwohner.

Und wie der bloggende Neurologe DrGeldgier immer wieder so schön und zutreffend sagt: „Demenz ist eine Familienkrankheit“.

Wenn ich mir das vor Augen führe, dann finde ich, daß über Demenz noch viel zu wenig gesprochen wird. Fazit: Demenz ist eine gesellschaftspolitische Herausforerung und wir haben es noch nicht kapiert.

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