kleine Abschiede

Als ich heute beim Bestatter die Sterbeurkunden bekommen habe, mußte ich doch sehr schlucken. Ansonsten ist das dominierende Gefühl Erleichterung. Mama hat es nun hinter sich – und ich auch. Es war ja nicht nur die Demenz, sondern sie war auch noch chronische Schmerzpatientin, hatte Depressionen und konnte sich kaum noch bewegen. Alleine essen ging gerade noch. Nachts mußte sie alle zwei Stunden gedreht werden, weil sie dazu nicht mehr die Kraft hatte. Zum Schluß wog sie gerade noch 35 Kilo. Das alles hat sie mitbekommen. Sie konnte bis zum Schluß sprechen, was bei einer dementiellen Veränderung, die vor sechs Jahren diagnostiziert wurde, außergewöhnlich ist.

Nun habe ich die g..gle-News-Alerts „Demenz“ und „Alzheimer“ abbestellt und bekomme keine Infos mehr über neueste Forschungsergebnisse, welche Diät gegen Alzheimer schützt und wo welche Infoveranstaltung für pflegende Angehörige stattfindet. Ich merke den Übergang in den Normalmodus und wie langsam wieder Kräfte zurückkommen.

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3 Gedanken zu „kleine Abschiede

  1. Ich hoffe, Du schreibst Deinen Blog aber weiter!

    Das ist wirklich erstaunlich, daß Deine Mutter bis zum Schluß gesprochen hat. Meine Mutter spricht seit 3 Jahren nicht mehr außer ab und zu „ja“ oder „nein“. Die Pflegekräfte sagten mir, daß manchmal auch eine andere Vokabel kommt – aber in meiner Gegenwart leider nicht mehr…..

    Alles Gute fürs Kräftesammeln!
    Wiebke

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