Die Scham ist zu groß: Demenzkranke auf dem Land

Was passiert, wenn ein engagierter evangelischer Pfarrer in der Provinz – konkret in Ostthüringen – pflegende Angehörige unterstützen will und ein Nachbsrschaftsnetzwerk initiiert? Die Scham ist so groß, daß die ausgebildeten Ehrenamtlichen nicht in betroffenen Familien zum Einsatz kommen und stattdessen Besuche im örtlichen Pflegeheim machen, was ja auch nicht schlecht ist.:

Der ehemalige Bürgermeister in Windeln, dieses Bild mochten die Angehörigen nicht einmal ihrem Pfarrer offenbaren. Und so verrammelten sie flugs seine Zimmertür im Obergeschoss des geräumigen Gehöfts, in der Hoffnung, der alte Herr, verwirrt und verwahrlost, möge zumindest nicht randalieren, solange der evangelische Superintendent Ralf-Peter Fuchs in der Stube im Erdgeschoss zu Besuch war.

Um die Demenz ihrer Mutter zu verbergen, schnallte im Nachbardorf eine Frau die 90-jährige Dame ans Bett, wenn der Geistliche zum Hausbesuch kam. Die Mutter, entschuldigte sie sich, erkenne nicht einmal mehr die eigene Familie, sie leide unter Angstzuständen, sie schlage um sich. Sie laufe weg. Die Tochter weinte…

Mehr dazu im taz-Artikel „Der Herr Doktor ist jedesmal entzückt„.

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