Weltbilder: Alzheimerdorf Hogewey

Vom Alzheimer-Dorf in den Niederlanden war hier im Blog schon öfter die Rede. Viele kommen bei ihrer Suche danach auf dieses Weblog. Mitte Januar hat der NDR in seiner Sendung „Weltbilder“ einen knapp siebenminütigen Beitrag über diesen Ort und seine Bewohner gezeigt. Was nun bei diesem Video anders ist als bei früheren Fernsehbeiträgen ist, daß hier mehr über die unterschiedlichen Lebensstile im Alzheimerdorf sichtbar wird.

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Wer mehr über Hogewey wissen will, kann die Suchfunktion dieses Weglogs nützen, in der rechten Spalte über dem Kalender.

Nachtrag Mai 2012:
Artikel aus der Frankfurter Rundschau:

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Post von der Kirche (2)

Berliner Brief, evangelische Kirche, Berlin, Brandenburg, Generalsuperintendentin, Ulrike Trautwein, Auch im Jahr 2012 gibt es von der evangelischen Kirche einen Brief, dieses Mal von Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, deren Vorgänger Ralf Meister (jetzt Bischof der Hannoverschen Landeskirche) es mit dieser Aktion, die unter dem Label „Berliner Brief“ läuft, vor zwei Jahren in die Medien geschafft hat. Der Berliner Brief  2012 von Ulrike Trautwein ist nicht ganz so lang und nicht ganz so banal wie der ihres Vorgängers.

Und wieder heißt es – diesmal etwas allgemeiner formuliert als vor zwei Jahren bei Herrn Meister: „Dank Ihrer Unterstützung wirken wir weit in die Gesellschaft hinein, besuchen Einsame, betreuen Kinder, helfen Obdachlosen. So hinterlassen wir Spuren aus Glaube, Liebe und Hoffnung“.

Und wieder fällt mir nur Folgendes ein: Mir ist immer noch nicht klar – auch zwei Jahre später 2012 nicht, was das soll. Wenn man das ehrenamtlich in der Kirche tätigen Leuten schreibt, dann ist mir das noch einigermaßen verständlich, aber was soll meine dementiell veränderte – inzwischen verstorbene – Mutter damit anfangen?  Abgesehen davon daß es die ganze Zeit ihres Heimaufenthalts nicht möglich war,  jemanden zu finden, der sie in den Sonntagsgottesdienst mitgenommen hätte, den sie gerne besucht hätte. Das Heim war direkt gegenüber von der Kirche. Das wäre ein zusätzlicher Aufwand von 2 mal 10 Minuten gewesen, und zwar für jemand, der sowieso in den Gottesdienst geht.

Die meisten Leute sind in der Kirche ohne groß darüber nachzudenken und nehmen den kirchlichen Service zu bestimmten Lebensereignissen in Anspruch.  Diesen Leuten zu sagen, daß sie „Spuren aus Glaube, Liebe und Hoffnung“ hinterlassen, berührt mich merkwürdig.

700 000 evangelische Christinnen und Christen haben dieses Schreiben bekommen. 533 000 Briefe, die pro Stück 42 Cents kosteten, wurden verschickt. Die Kosten dieser Maßnahme belaufen sich also auf 223 860 Euro. Das seien nur 0,2 % des durchschnittlichen Kirchensteueraufkommens eines Berliner Haushaltes heißt es in der Website zum Projekt.

Und eine allerletzte Frage: Ordne ich das jetzt unter der Kategorie „Spitituelles und Religiöses“ oder unter „Amtsschimmel“ ein?

Zum Weiterlesen:

Berliner Brief 2012
Post von der Kirche (1)

Ham Se gut gemacht: Anschauen!

In der 37 Grad – Serie wurde gestern die Reportage „Rudi Assauer – ich will mich nicht vergessen“ von von Stephanie Schmidt gezeigt. Sie hat Rudi Assauer über ein Jahr lang begleitet. In jedem Moment wird respektvoll mit Rudi Assauer, seiner – damaligen Frau – Freunden, der Büroleiterin und der Tochter umgegangen. Es ist sehr beeindruckend, wie Stephanie Schmidt sich auf die Welt des Rudi Assauer eingelassen hat. Anschließend wurde bei Markus Lanz über das Thema Demenz diskutiert. Dabei wurde Frau Schmidt dann gefragt, ob Rudi Assauer den Film gesehen habe und wie er darauf reagiert habe. Ja, Herr Assauer hat den Film gesehen und dazu gemeint: Ham Se gut gemacht!

Screenshot: 37 Grad - Rudi Assauer

Dem ist nichts hinzuzufügen. Im Gegensatz zum Stern-Portrait über Rudi Assauer, in dem der Verfasser Alzheimer zur „Kernschmelze der Persönlichkeit“ erklärte, macht der Film von Frau Schmidt deutlich, daß auch der dementiell veränderte Mensch eine Persönlichkeit mit Potentialen ist. Ein kurzer 6minütiger Beitrag über dieses Jahr ist auch zu finden. Die Website zur 37 Grad – Sendung ist hier .

Stephanie Schmidt über ihr Jahr mit Rudi Assauer (Video 6 Minuten)
Ich will mich nicht vergessen (37 Grad Sendung – 30 Minuten)
Volle Kanne Frühstück mit Rudi Assauer (Video 45 Minuten)

Rudi Assauer hat sich geoutet

In der Stern-Ausgabe vom 2. Januar 2012 hat sich der ehemalige Fußballstar und Schalke-Manager Rudi Assauer geoutet: Er hat Alzheimer. In den nächsten Tagen wird seine Biografie erscheinen. In den letzten Jahren hat der Stern immer wieder gute und hilfreiche Artikel zum Thema Demenz aus unterschiedlichen Perspektiven veröffentlicht, auch aus der von betroffenen Angehörigen. Diesen Artikel fand ich aber äußerst unangenehm, denn hier wird ein prominenter Kranker vorgeführt. Die roten Einschübe im Artikel mit Orginalzitaten aus Intervies mit dem in seinen sprachlichen Fähigkeiten sehr eingeschränkten Rudi Assauer hätten nicht sein müssen. Auch ohne diese bloß stellenden Interviewbrocken wäre der Artikel verständlich gewesen. Besonders daneben fand ich die Formulierung von Alzheimer als „Kernschmelze der Persönlichkeit“.