Computerspiel: Was hat Oma?

Screenshot: Was hat Oma?

Screenshot: Was hat Oma?


Ein Computerspiel hilft Kindern im Grundschulalter zu verstehen, was es bedeutet, wenn die Großmutter Alzheimer hat. Mit Lukas besuchen sie Oma Anni und erkunden ihr Wohnzimmer. Auch die Irritationen bei Lukas als Oma Anni ihn beschimpft, daß er ihr Geld geklaut hat, werden gezeigt. Auf Zusatzseiten gibt es Erklärungen und wichtig Fragen werden altersgerecht beantwortet. Auf Kinderbücher wird hingewiesen und sogar eine eMail ermöglicht Kindern Kontakt aufzunehmen, Kritik zu äußern und weitere Fragen zu stellen.

Entwickelt wurde das Spiel von der durch die DFG geförderten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Architektur im demografischen Wandel“ der Technischen Universität Dresden. Unterstützt wird das Projekt durch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Zum Spiel geht es hier.

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3 Gedanken zu „Computerspiel: Was hat Oma?

  1. Das ist sicher eine schöne Idee, aber ein wenig schmunzeln muß ich doch.

    Unsere Großmutter väterlicherseits bekam auch ihre Demenz, als wir Kinder waren. Heute würde man das „Alzheimer“ nennen, früher hieß das „tüddelig“.
    Als sie nicht mehr allein wohnen konnte, lebte sie bei uns. Für uns Kinder war das ganz normal, daß sie „tüddelig“ war, wir haben trotzdem gern mit ihr gespielt, ohne daß uns jemand beigebracht hat, was an ihr Besonderes sei.
    Der Höhepunkt an Dramatik (und auch Humor) war die Geschichte, als sie nachts ins Schlafzimmer unserer Eltern kam und meinem Vater eine Szene machte, wieso er – in ihren Augen ihr Mann – mit einer fremden Frau im Bett liege. Mein Vater holte ein Foto seines Vaters und zeigte dies unserer Großmutter. Diese warf das Foto auf den Boden und schrie: „Was? Dieser alte Knacker soll mein Mann sein?“
    Als später ihre „Weglauf-Problematik“ immer schlimmer wurde, zog sie zur Schwester meines Vaters aufs Land, da es dort nicht ganz so schwierig war wie bei uns in der Stadt.
    Aber wir haben unsere Großmutti sehr geliebt!

  2. Ich denke, daß die meisten Kinder heute nicht mehr den nahen Kontakt unterschiedlicher Generationen in der Familie haben. Das ist eher eine Sondersituation. Von daher ist es verständlich, wenn man heute an Punkten „pädagogisch interveniert“, an die man früher nie gedacht hätte, weil es viel selbstverständlicher zum Alltag gehörte. Andererseits wird der Anteil dementiell veränderter Menschen an der Gesamtbevölkerung immer größer, sodaß es sinnvoll ist, wenn man schaut, wie man schon möglichst früh Verständnis dafür anbahnen kann.

  3. Da ist sicher etwas Richtiges dran.
    Andererseits besteht in der Gesellschaft z.Zt. eine Hysterie und Angst vor dem Krankheitsbild „Demenz“. Eigentlich ist es nicht so ungewöhnlich, daß man im Alter auch seine geistigen Kräfte verliert. Es paßt nur halt nicht in unsere Jugendwahn-Gesellschaft.
    Und natürlich ist das Problem mit der heutigen höheren Lebenserwartung komplizierter als früher.
    Aber gerade Kinder haben einen wesentlich natürlicheren Zugang zu den Demenzkranken als die noch „gesunden“ Erwachsenen.

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