TV-Tipp: Frau Duda liebt – Leben mit einem Pflegefall …

so heißt eine Dokumentation des WDR über die 80jährige Frau Duda, die seit 13 Jahren ihren an Demenz erkrankten Ehemann pflegt und nur einmal wöchentlich die Hilfe eines Pflegedienstes in Anspruch nimmt.

Frau Duda liebt – Leben mit einem Pflegefall
Sonntag, 26.1.2014
16.30 – 17.00 Uhr
im WDR

Nachtrag: Ich bin sehr zwiespältig. Manche Menschen möchte man vor sich selbst schützen. Es wird zwar gesellschaftlich sehr gewürdigt, wenn jemand eine solche Pflege fast allein rund um die Uhr gewährleistet. Aber auch im Hinblick auf den zu Pflegenden habe ich da große Vorbehalte. Hat er wirklich in diesem sehr isolierten Umfeld die für ihn besten Rahmenbedingungen?

Wer die Dokumentation über Yvonne Herber, die mit 40 Jahren an Alzheimer erkrankt ist, verpaßt hat, kann sie nächsten Donnerstag sehen. Sie wird im WDR wiederholt

Menschen hautnah: Leben, lieben vergessen – Alzheimer mit 40
Donnerstag, 30.1.2014
22.30 – 23.30 Uhr
im WDR

Nach der Erstausstrahlung des Films gab es eine ausführliche Diskussion hier im Blog. Man kann sie hier nachlesen und weiterführen. Außerdem wurde im Deutschlandfunk eine Sendung ausgestrahlt, in der das Anfangsstadium der Demenzerkrankung von Yvonne Herber ausführlicher geschildert wird als es der Dokumentarfilm tut. Das Sendemanuskript findet man hier.

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Es ist unsere Aufgabe, die Demenz zuzulassen …

… ist ein Artikel in der Berner Zeitung überschrieben, in dem der Facharzt für Geriatrie Jean-Luc Moreau befragt wird, der seit 24 Jahren in einem Heim für dementiell veränderte Menschen arbeitet:

Herr Moreau, jeder sechste Deutschschweizer gibt an, mit Demenz nicht mehr weiterleben zu wollen. Lieber tot als dement – können Sie das nachvollziehen?
Jean-Luc Moreau: Ich verstehe die Angst dahinter. Wir sind alle dermassen ausgerichtet auf Autonomie und fürchten so sehr, die Kontrolle über unser Leben zu verlieren. Die Botschaft der Demenzkranken ist jedoch: Man kann auch leben, ohne alles im Griff zu haben. Eine Demenz ist nicht das Ende. Man kann noch viel für die Lebensqualität tun. Aber das Bild der Demenz in der Öffentlichkeit ist negativ geprägt, das treibt mich um. Es wird meist nur auf verheerenden Zerfall und schweres Leiden fokussiert…

Sind wir als Demenzkranke nicht nur noch Hüllen unserer selbst?
Nein, ganz und gar nicht. Auch wenn wir unser Erinnerungsvermögen verlieren, sind wir immer noch ganze Menschen. Die Tochter einer Heimbewohnerin hier im Oberried sagte mir einmal, ihre Mutter, die es im Leben nicht einfach hatte, wirke als Demenzkranke zum ersten Mal glücklich. Diese Mutter erkannte zwar niemanden mehr. Doch sie lebte ganz spontan und grüsste liebenswürdig jeden, der auf sie zuging…

Unbedingte Lese-Empfehlung!!!

Film: Nichts für Feiglinge

Screenshot: ARD: Nichts für Feiglinge

Screenshot: ARD: Nichts für Feiglinge

Durch eine Vorschau (neudeutsch: Trailer) im Vorabendprogramm bin ich auf einen Film aufmerksam geworden, den die ARD am kommenden Freitag zeigen wird: Nichts für Feiglinge, in dem Hannelore Hoger eine Großmutter spielt, die an Demenz erkrankt. Ihr Enkel, den sie großgezogen hat, beschließt, sie in seine Studenten-WG aufzunehmen als sie alleine nicht mehr zurechtkommt. Die Sendungshomepage ist hier.

Nichts für Feiglinge
Freitag 10. Januar 20.15 h
ARD

Pflegefamilien für Demenzkranke

Ich hatte schon vor einiger Zeit von Modellprojekten in Bayern und Baden Württemberg gehört, die für Demenzkranke Familien suchen, in denen sie mitleben können. Ein Artikel in der Zeit beschreibt, wie Irmgard Zellner-Hönl und die demenzkranke Cilly ihren Alltag miteinander gestalten: Hier kommt Cilly. Frau Zelner-Hönl sieht es als ihre Berufung an. Für die öffentliche Hand lohnt sich diese Variante, denn sie ist preiswerter als jedes Heim oder jede Demenz-Wohngemeinschaft. 800 Euro im Monat erhält die Gastfamilie.

Cannabis als Schmerztherapie

Screenshot tagesschau.de

Screenshot tagesschau.de

Medizinisches Cannabis hat fast keine Nebenwirkungen. Ob bei Athritis, Parkinson, Schmerztherapie bei Krebs in Endstadium oder posttraumatischen Belastungsstörungen: In Israel ist Cannabis akzeptierter Teil der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Wie das organisiert wird und warum diese Therapie in Deutschland politisch nicht gewollt ist, zeigt ein Beitrag der Tagesschau-Video-Blogs hier.