Elf Jahre Alzheimer-Blog

Vor elf Jahren habe ich das Alzheimer-Blog begonnen erst auf myblog und zwar mit einem Eintrag über die Fahrt nach Berlin. In dieser Zeit gab es 557 Blogposts undmehr als 150 000  Seitenaufrufe bei myblog sowie 213 Postings mehr als 135 000  Seitenaufrufe bei wordpress. 2014 wurde es für den Grimme-Online-Award in der Kategorie Information nominiert.

Hier nun der erste Eintrag, in dem ich erzähle, wie ich meine Mutter aus der Gerontopsychiatrie abhole um sie nach Berlin zu holen, weil sie nicht mehr allein in ihrer Wohnung sein kann. Warum dieser erste Eintrag nicht mehr sichtbar ist, kann ich nicht nachvollziehen:

16. Juni 2005

Jetzt ist diese Berlin-Fahrt, vor der mir so graute, schon wieder eine Woche her. Welche Komplikationen würden unterwegs auftreten, wenn Mama merkt, daß ich sie nach Berlin hole? Sie will nach wie vor in ihre Wohnung zurück. Aber es lief alles ganz anders als erwartet.

Am Freitag bin ich ganz früh zu meiner Mutter geflogen mit meinem Freund. Vormittags war ich noch beim Vormundschaftsgericht um den Betreuerausweis abzuholen. Dabei habe ich erfahren, daß ich eine richterliche Genehmigung brauche um die Wohnung meiner Mutter kündigen zu können – auch wenn im Betreuerausweis als Zuständigkeit „Wohnungsangelegenheiten“ angegeben sind.
Danach sind wir in die Wohnung und haben Kleidung und Andenken zusammengepackt. Ich traf einen Nachbarn, der mir noch einiges, was in der letzten Zeit vor dem Krankenhausaufenthalt passiert ist, erzählt hat.

Sie hat den Mitarbeitern vom ambulanten Pflegedienst einmal sogar die Ravioli hinterher geschmissen, die dann im Flur an der Wand klebten. Am nächsten Tag hat sie dann die Nachbarin beschimpft, was das für eine Sauerei in diesem Haus ist. Das brauche man sich doch nicht bieten zu lassen. Die Nachbarin meinte: „Diese Sauerei haben Sie gestern gemacht – und die machen Sie auch wieder weg“ – was meine Mutter dann auch tat.

Nachmittags kam dann eine Freundin mit Auto und wir sind ins Bezirkskrankenhaus gefahren. Ma hatte Beruhigungsmittel bekommen. Als ich ihr sagte, daß ich sie abholen komme, meinte sie: „Und wohin“. Ich: „Ich möchte Dich nach Berlin mitnehmen“. Da wollte sie nicht hin. Sie ging davon aus, dass sie in ihre Wohnung zurückkommt.

Ich: „Da können wir auch hinfahren. Gaby und Günter sind da und warten draußen mit dem Auto“. Die Schwestern haben mir Medikamente für das Wochenende und für notfalls während der Fahrt mitgegeben. Es war eine größere Aktion bis wir sie auf dem Rücksitz untergebracht hatten (zweitüriges Auto). Sie fährt wahnsinnig gern Auto und die erste Zeit ging es auch ganz gut mit: „Wir hatten einen Stau … die vielen Baustellen“ etc. Wir hatten nur eine Pause an einer Autobahn-Raststätte.
Glücklicherweise war es kein Problem mit dem Behindertenklo. Sie sagte dann zu mir: „Ich verstehe gar nicht, wie wir in die Lage gekommen sind“. Wir fuhren dann mit dem Aufzug hoch und ich ließ sie bei Günter und Gabi und brachte den Schlüssel zum Behindertenklo zurück. Als ich bei den anderen war, wollte ich Ma beim Einsteigen helfen und faßte sie an der Schulter an. Da meinte sie ziemlich scharf: „Fassen Sie mich nicht an – ich mag das nicht“.

Ich war wie vom Donner gerührt und sehr erschüttert. Am Telefon hatte ich es schon gelegentlich nachts erlebt, daß sie mich nicht mehr erkannte und als ihre Schwester ansprach. Natürlich wußte ich, daß sie mich eines Tages nicht mehr erkennen wird. Aber das erste Mal live erleben, daß sie mich für eine Fremde hält, war schon fürchterlich.

Nach etwa 6stündiger Fahrt waren wir dann um 1.00 h in Berlin. Das Heim nimmt um diese Zeit nicht mehr auf. Nun stand der schwierigste Teil der Aktion vor uns: Ma in die Wohnung zu bringen. Ich wohne im zweiten Stock eines Altbaus ohne Lift und für Ma, deren Wohnung im dritten Stock ohne Lift ist, ist das Treppensteigen eine Quälerei. Aber Günter hat es mit ihr geschafft mit Lieder singen („jeden Tag ist kein Sonntag“ und „wenn der liebe Gott nicht will geht gar nichts“). Ich wußte gar nicht, dass sie diese Lieder kann. Sie hatte sogar mehr Text drauf als Günter. Wahrscheinlich haben die restlichen Hausbewohner gedacht, daß da einige angetrunken unterwegs sind.

Wir waren alle sehr k.o. Ich half Ma ins Bett. In dieser Nacht habe ich nur zwei Stunden geschlafen. Sie hat etwas mehr geschlafen und meinte, ich soll das Gewicht, das auf ihren Knien ist, wegtun. Es tut ihr weh – sie habe solche Schmerzen.
Erschütternd war – als sie in einer ihrer Wachphasen sagte:
„Wenn ich nur wüßte wie ich an Tabletten komme … dann würde ich dem allen ein Ende machen … Was bin ich für ein armer Hund … das wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht … Ich habe keine Wohnung mehr … ich habe kein eigenes Zimmer und ich habe nicht einmal ein eigenes Bett mehr“.
Sie beschimpfte mich dann, dass ich sie in diese Situation gebracht hätte.

Und ein paar Minuten später: „Du tust mir so leid, daß Du soviel Arbeit mit mir hast. Du bist das beste Kind, das man sich vorstellen kann. Wenn ich Dich nicht hätte“…

Ich habe sie dreimal aufs Klo gebracht und dreimal ein neues Nachthemd angezogen. Am Morgen wollte sie mich dann ununterbrochen um sich haben. Das schien sie für ihr Sicherheitsgefühl zu brauchen. Sie hat mich dermaßen beschäftigt und auf Trab gehalten, daß ich verstanden habe, warum der Stationsarzt auf der Gerontopsychiatrie gemeint hat, man könne sie zuhause nicht pflegen sondern nur im Rahmen einer Einrichtung.

Am Vormittag sagten wir ihr dann, daß wir Medikamente gegen ihre Schmerzen bräuchten und sie da dabei sein müßte. Die Treppen abwärts war noch härter als aufwärts. Wir sind dann zum Heim gefahren und sehr nett empfangen worden. Als wir in die Wohngruppe kamen, war gerade frischer Streusselkuchen gebacken worden.

Am Samstagabend kam dann ein Anruf, dass sie mit ihr unterwegs ins Krankenhaus sind, weil sie gestürzt ist. Sie mußte genäht werden. Sie ist aus ihrem Bett aufgestanden und dann hingefallen. Ich war froh, daß es dort passiert ist und nicht bei mir zuhause. Schon irre: Wir bewegen sie 2 Etagen rauf und runter – bei mir gibt es Türschwellen und dort stürzt sie.Als ich gestern da war, fragte ich sie, wie denn das mit der Stirn (da hat sie ein Pflaster) passiert ist. Sie: „Die haben mich hingeschmissen – aber das werden sie nicht zugeben“.

Wahrscheinlich kann sie den Kontrollverlust nicht wahrhaben, und deshalb waren es „die anderen“, die ihr das getan haben.
Am Sonntag ließ sie sich duschen und die Fingernägel schneiden – ein gutes Zeichen. Mit der Berliner Schnauze scheint sie ganz gut klarzukommen. Am Abend habe ich sie kurz besucht und Kleidung vorbeigebracht. Ich kam ins Wohnzimmer, wo alle Bewohner um den Eßtisch saßen. Sie verspeiste mopsfidel Leberwurstbrote.

Wir gingen dann ins Zimmer, wo sie sich hinlegte. Zum Essen meinte sie, daß ihr der Fraß nicht schmeckt. Es hätte nur „so einen Batz“ gegeben

Die nächsten Einträge kann man dann chronologisch ab hier nachlesen.

 

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Von Offenheit und Öffentlichkeit beim Bloggen

Vor einigen Tagen hinterließ Annett folgenden Kommentar:

Ich finde es sehr schade, dass dieser Blog so anonym bleibt. Alzheimer und andere Demenzerkrankungen dürfen nicht in der dunklen “Angst-Ecke” bleiben, wo keiner hinschauen mag…

Durch diese Zeilen wurde ich angeregt, nochmal über das Verhältnis von Offenheit und Öffentlichkeit beim Bloggen und in diesem speziellen Fall über mein Bloggen nachzudenken. Daß dieses Weblog anonym ist, hat mehrere Gründe. Ich konnte meine Mutter nicht (mehr) fragen, wie sie es findet und ob sie damit einverstanden ist, daß ich über ihr Leben schreibe. Die Welt des Internet war nicht (mehr) ihre. Ohne ihr Einverständnis möchte ich nicht unter Klarnamen schreiben.

Mit der Zeit und zunehmender Vertrautheit mit dem Medium Weblog ist mir ein anderer Aspekt wichtig(er) geworden:

Ich möchte öffentlich darüber schreiben, was die Alzheimerkrankheit mit sich bringt. Jeder kann im Internet lesen und es ist nicht mehr rückholbar. Ich möchte aber nicht zu jeder Zeit und von jedem, mit dem ich irgendwie zu tun habe – beruflich oder privat – über dieses Blog identifiziert werden.

Ich gehe in meinem Umfeld offen mit Alzheimer um, möchte aber die Entscheidung darüber behalten, wann ich im realen Leben Menschen Einblicke geben möchte und in welchem Ausmaß.

Mein Blog war das erste zum Thema Demenz im deutschsprachigen Raum. Inzwischen sind einige andere dazugekommen. Andere haben sich was den Umgang mit ihrer Identität betrifft, anders entschieden.

Ich stimme auch zu, daß Alzheimer aus der Ecke des Geheimen und des Tabus heraus muß. Ich denke, daß ich dazu einen Beitrag leiste in der Form, die mir möglich ist – auch wenn ich das namenlos tue.

Ich erinnere mich an die Anfangszeit meines Bloggens. Ich bekam mehrere Zuschriften, die beanstandeten, daß ich meine Mutter vorführe und das, was ich tue, exhibitionistisch sei.

150 000 oder: wie alles anfing

Screenshot: Alzheimer-Weblog (1)

Screenshot: Alzheimer-Weblog (1)

Irgendwann letztes Wochenende war es soweit: Der 150 000. Besucher kam auf dieses Weblog. Für ein „Nischenblog“ mit einem Thema, das weitgehend tabu ist, finde ich das ganz beachtlich. Eigentlich hatte ich das Blog angefangen, weil ich meine Mutter, die nicht mehr allein leben konnte, nach einem Krankenhausaufenthalt (erst Allgemeinkrankenhaus dann Gerontopsychiatrie) nach Berlin geholt habe und den Menschen, die sie gekannt haben, ermöglichen wollte, mitzubekommen, wie es ihr geht und wie es für sie in Berlin weitergeht. Auch empfand ich oft die Fragen nach ihr und ihrer Krankheit belastend und wollte mich durch das Weblog etwas entlasten.

Begonnen habe ich auf der myblog-Plattform am 16. Juni 2005 mit der Fahrt nach Berlin. Nachdem es dort immer wieder technische Schwierigkeiten gab und manchmal das Weblog tagelang nicht erreichbar war, bin ich im August 2010 dann zu wordpress umgezogen. Erschienen sind 715 Beiträge, die – hier auf wordpress – etwas über 300 Mal kommentiert wurden (ohne meine eigenen Kommentarantworten). Myblog weist keine Kommentarstatistik aus.

Die meisten Menschen kommen über Suchmaschinen. Die meisten suchen nach der Kombination „alzheimerblog“ und „wordpress“. Nachdem diese Suchanfrage immer ziemlich geballt auftritt, vermute ich, daß es sich um Menschen handelt, die eine Ausbildung im Bereich Altenpflege machen. In der Beliebtheitsskala folgt dann das Demenzdorf in den Niederlanden. Über Referrer kommen relativ wenige LeserINNEN, die meisten über einige Medizin-Blogs wie Frau Pharmama, Herr Medizynicus und Herr Altenheimblogger sowie aus dem außermedizinischen Bereich Frau Wildgans.

Bleibt mir nur noch, für all das Interesse und die Kommentare zu danken. Der erste Eintrag vom 16. Juni 2005 ist auf wundersame Weise vom myblog-Weblog verschwunden. Ich stelle ihn hier nochmal rein:

Jetzt ist diese Berlin-Fahrt, vor der mir so graute, schon wieder eine Woche her. Welche Komplikationen würden unterwegs auftreten, wenn Mama merkt, daß ich sie nach Berlin hole? Sie will nach wie vor in ihre Wohnung zurück. Aber es lief alles ganz anders als erwartet.
Am Freitag bin ich ganz früh zu meiner Mutter geflogen mit meinem Freund. Vormittags war ich noch beim Vormundschaftsgericht um den Betreuerausweis abzuholen. Dabei habe ich erfahren, daß ich eine richterliche Genehmigung brauche um die Wohnung meiner Mutter kündigen zu können – auch wenn im Betreuerausweis als Zuständigkeit „Wohnungsangelegenheiten“ angegeben sind.

Danach sind wir in die Wohnung und haben Kleidung und Andenken zusammengepackt. Ich traf einen Nachbarn, der mir noch einiges, was in der letzten Zeit vor dem Krankenhausaufenthalt passiert ist, erzählt hat.

Sie hat den Mitarbeitern vom ambulanten Pflegedienst einmal sogar die Ravioli hinterher geschmissen, die dann im Flur an der Wand klebten. Am nächsten Tag hat sie dann die Nachbarin beschimpft, was das für eine Sauerei in diesem Haus ist. Das brauche man sich doch nicht bieten zu lassen. Die Nachbarin meinte: „Diese Sauerei haben Sie gestern gemacht – und die machen Sie auch wieder weg“ – was meine Mutter dann auch tat.

Nachmittags kam dann eine Freundin mit Auto und wir sind ins Bezirkskrankenhaus gefahren. Ma hatte Beruhigungsmittel bekommen. Als ich ihr sagte, daß ich sie abholen komme, meinte sie: „Und wohin“. Ich: „Ich möchte Dich nach Berlin mitnehmen“. Da wollte sie nicht hin. Sie ging davon aus, dass sie in ihre Wohnung zurückkommt.
Ich: „Da können wir auch hinfahren. Gaby und Günter sind da und warten draußen mit dem Auto“. Die Schwestern haben mir Medikamente für das Wochenende und für notfalls während der Fahrt mitgegeben. Es war eine größere Aktion bis wir sie auf dem Rücksitz untergebracht hatten (zweitüriges Auto). Sie fährt wahnsinnig gern Auto und die erste Zeit ging es auch ganz gut mit: „Wir hatten einen Stau … die vielen Baustellen“ etc. Wir hatten nur eine Pause an einer Autobahn-Raststätte.
Glücklicherweise war es kein Problem mit dem Behindertenklo. Sie sagte dann zu mir: „Ich verstehe gar nicht, wie wir in die Lage gekommen sind“. Wir fuhren dann mit dem Aufzug hoch und ich ließ sie bei Günter und Gabi und brachte den Schlüssel zum Behindertenklo zurück. Als ich bei den anderen war, wollte ich Ma beim Einsteigen helfen und faßte sie an der Schulter an. Da meinte sie ziemlich scharf: „Fassen Sie mich nicht an – ich mag das nicht“.

Ich war wie vom Donner gerührt und sehr erschüttert. Am Telefon hatte ich es schon gelegentlich nachts erlebt, daß sie mich nicht mehr erkannte und als ihre Schwester ansprach. Natürlich wußte ich, daß sie mich eines Tages nicht mehr erkennen wird. Aber das erste Mal live erleben, daß sie mich für eine Fremde hält, war schon fürchterlich.

Nach etwa 6stündiger Fahrt waren wir dann um 1.00 h in Berlin. Das Heim nimmt um diese Zeit nicht mehr auf. Nun stand der schwierigste Teil der Aktion vor uns: Ma in die Wohnung zu bringen. Ich wohne im zweiten Stock eines Altbaus ohne Lift und für Ma, deren Wohnung im dritten Stock ohne Lift ist, ist das Treppensteigen eine Quälerei. Aber Günter hat es mit ihr geschafft mit Lieder singen („jeden Tag ist kein Sonntag“ und „wenn der liebe Gott nicht will geht gar nichts“). Ich wußte gar nicht, dass sie diese Lieder kann. Sie hatte sogar mehr Text drauf als Günter. Wahrscheinlich haben die restlichen Hausbewohner gedacht, daß da einige angetrunken unterwegs sind.

Wir waren alle sehr k.o. Ich half Ma ins Bett. In dieser Nacht habe ich nur zwei Stunden geschlafen. Sie hat etwas mehr geschlafen und meinte, ich soll das Gewicht, das auf ihren Knien ist, wegtun. Es tut ihr weh – sie habe solche Schmerzen.

Erschütternd war – als sie in einer ihrer Wachphasen sagte:
„Wenn ich nur wüßte wie ich an Tabletten komme … dann würde ich dem allen ein Ende machen … Was bin ich für ein armer Hund … das wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht … Ich habe keine Wohnung mehr … ich habe kein eigenes Zimmer und ich habe nicht einmal ein eigenes Bett mehr“.
Sie beschimpfte mich dann, dass ich sie in diese Situation gebracht hätte.

Und ein paar Minuten später: „Du tust mir so leid, daß Du soviel Arbeit mit mir hast. Du bist das beste Kind, das man sich vorstellen kann. Wenn ich Dich nicht hätte“…
Ich habe sie dreimal aufs Klo gebracht und dreimal ein neues Nachthemd angezogen. Am Morgen wollte sie mich dann ununterbrochen um sich haben. Das schien sie für ihr Sicherheitsgefühl zu brauchen. Sie hat mich dermaßen beschäftigt und auf Trab gehalten, daß ich verstanden habe, warum der Stationsarzt auf der Gerontopsychiatrie gemeint hat, man könne sie zuhause nicht pflegen sondern nur im Rahmen einer Einrichtung.

Am Vormittag sagten wir ihr dann, daß wir Medikamente gegen ihre Schmerzen bräuchten und sie da dabei sein müßte. Die Treppen abwärts war noch härter als aufwärts. Wir sind dann zum Heim gefahren und sehr nett empfangen worden. Als wir in die Wohngruppe kamen, war gerade frischer Streusselkuchen gebacken worden.
Am Samstagabend kam dann ein Anruf, dass sie mit ihr unterwegs ins Krankenhaus sind, weil sie gestürzt ist. Sie mußte genäht werden. Sie ist aus ihrem Bett aufgestanden und dann hingefallen. Ich war froh, daß es dort passiert ist und nicht bei mir zuhause. Schon irre: Wir bewegen sie 2 Etagen rauf und runter – bei mir gibt es Türschwellen und dort stürzt sie.Als ich gestern da war, fragte ich sie, wie denn das mit der Stirn (da hat sie ein Pflaster) passiert ist. Sie: „Die haben mich hingeschmissen – aber das werden sie nicht zugeben“.

Wahrscheinlich kann sie den Kontrollverlust nicht wahrhaben, und deshalb waren es „die anderen“, die ihr das getan haben.
Am Sonntag ließ sie sich duschen und die Fingernägel schneiden – ein gutes Zeichen. Mit der Berliner Schnauze scheint sie ganz gut klarzukommen. Am Abend habe ich sie kurz besucht und Kleidung vorbeigebracht. Ich kam ins Wohnzimmer, wo alle Bewohner um den Eßtisch saßen. Sie verspeiste mopsfidel Leberwurstbrote.
Wir gingen dann ins Zimmer, wo sie sich hinlegte. Zum Essen meinte sie, daß ihr der Fraß nicht schmeckt. Es hätte nur „so einen Batz“ gegeben.

Neue Blogs über das Leben mit Demenz

001 Blog Demenz für Anfänger Eine Enkelin (Mitte 30) bloggt über alles, was sie mit ihrer Oma Paula (Mitte 80) erlebt (hat) und sie im Hinblick auf die Veränderungen beschäftigt

002 Blog
Apfelriemchen betreut ihre demenzkranke Mutter zu Hause und will darüber ein Buch schreiben

003 Blog
Dements nimmt als Pflegekraft im Heim aus professioneller Perspektive den Umgang mit dementiell veränderten Bewohnern (meist Bewohnerinnen) in den Blick

Besucherzahlen

Beim Blick auf die Besucherzahlen dieses Weblogs staune ich, wieviele Leserinnen und Leser nach wie vor hier vorbei schauen. Das ist über die Suchanfragen alleine nicht erklärbar. Meine „Blog-Frequenz“ ist begreiflicherweise zurückgegangen, und trotzdem nach wie vor so viel Interesse und Anteilnahme – auch in privaten eMails. Dafür herzlichen Dank.

Ich bin allerdings auch etwas verunsichert und frage mich, was für diejenigen, die regelmäßig hier vorbeischauen, von Interesse ist? Vielleicht mag der/die eine oder andere dazu die Kommentarfunktion nützen und schreiben?

Ich plane gerade einige grundsätzliche Einträge über „Demenz und Menschenbild“ und wurde auch durch einen Spiegelartikel angeregt, nochmal etwas zu den osteuropäischen Pflegearbeiterinnen in Privathaushalten zu schreiben.

Gesucht und gefunden oder auch nicht

Hier sind die häufigsten Suchbegriffe des letzten Monats – ausgenommen das Alzheimerdorf in den Niederlanden, das wieder unangefochtener Spitzenreiter war:

konrad demenz simone
Von Demenz als Vornamen würde ich abraten.

spirituelle aktivitäten bei alzheimer
vielfältig – siehe die Kategorie „Spirituelles“ in diesem Weblog

demenz indonesisch
ja auch da, denn Demenz ist ein kulturübergreifendes Phänomen.

muslime alzheimer
Sie macht auch vor Muslimen nicht halt. Mein Buchtipp dazu wäre von von Tahar Ben Jelloun: Yemma, meine Mutter – mein Kind

homosexualität bei demenz
die sexuelle Orientierung ändert sich durch Demnz nicht – oder geht es um was anderes?

altenheim bolg
fast richtig. Der Altenheimblogger ist der erste in der Blogroll rechts.

stellenangebote holland alzheimer dorf
Am besten auf der Website von denen nachschauen

zwei leuchtende herzen die per entfernung leuchten
würde ich im Lichterkettenfachhandel suchen

was kommt am 16. dezember ins kino
Small World aber auch „Von Menschen und Göttern“, ansonsten würde ich bei Kinofinder.de recherchieren.

fragen zu small world
welche? In den Kommentaren war nix.

blog wordpress pflegeheim
ja – geht in die Richtung hier, allerdings mit Fokus auf Demenz, ansonsten empfehle ich immer noch den Herrn Altenheimblogger, erster in der Blogroll rechts.

Alzheimer junger Hund
Hier auf dem Blog haben wir nur Therapiehund Largo zu bieten und der ist inzwischen im mittleren Hundealter

site: wordpress.com hochzeit
völlig falsch hier – erinnere mich nicht, in diese Richtung was geschrieben zu haben, außer von Situationen, bei denen Alzheimerkranke nicht mehr klar kamen im Film Small World bzw. im Buch von Tahar Ben Jelloun

kirche gottesdienst geschenke
hört sich nach Weihnachten an

Weihnachtsgottesdienst mit Demenzkranken
Das schon eher …

wo bekomme ich in berlin nockerlgrieß
gar nicht – Auskunft von der Firma Bern.bacher. Ich stand auch vor dem Problem und lasse mir regelmässig Care-Packete schicken.

Noga alzheimer
So heiße ich zwar nicht, aber schön, dass Sie das Blog auf diese Weise gefunden haben

alzheimer dorf niederlande anmeldung
Am Besten dort: Mit 5000 Euro monatlich sind Sie dabei.

lavendelkissen aufwärmen
in der Mikrowelle oder im Backofen, aber unbedingt ein Glas Wasser dazu stellen

Seidenmalerei
Schönes Hobby; gibt es hier nur unter kunsttherapeutischen Aspekten für dementiell veränderte Menschen unter der Kategorie „Künstlerisches“.

Gesucht und gefunden (1)

Die Top 5 der Suchbegriffe, die im September auf dieses Weblog führten:

Alzheimerdorf
ist ein Pionierprojekt in den Niederlanden und taucht in der Liste der Suchworte in 40 (vierzig) unterschiedlichen Varianten auf

Weltalzheimertag
findet jedes Jahr am 18. September statt

Skulptur drei Beine im Kreis
stelle ich mir etwas schwierig vor, aber probieren geht über studieren

alzheimerblog.wordpress.com
ja, hier sind Sie richtig

Alzheimer Religion
Kenne ich nicht. Wer hat die gegründet und woran glaubt man da?