Demas – Demenz anders sehen lernen …

Demas-Screenshot

Demas-Screenshot

…ist ein internet-basiertes Programm, das von der Universität Stendhal-Magdeburg entwickelt wurde und für pflegende Angehörige von demenzkranken Menschen gedacht ist. Es bietet Schulung, Beratung und Austausch per Internet an und ist auf zehn Wochen angelegt.

Auf der Internetseite des Angebots heißt es:

Die Bedienung ist sehr einfach ausgelegt, sodass grundlegende Computerkenntnisse für die Nutzung ausreichen. Wie im Bild dargestellt, laufen die Gruppensitzungen in einer Video-Konferenz ab. Das Bild- und Tonsignal jedes Teilnehmers wird somit direkt in den Gesprächsraum übertragen. Die psychologische Fachkraft, die die Schulungen leitet und die Gespräche moderiert, ist in der Mitte dargestellt. Damit die Gespräche nicht durcheinander laufen, müssen Wortmeldungen zuerst mittels Mausklick angezeigt werden. Ihr/e Gruppenleiter/in erteilt Ihnen dann das Wort.

Für die Nutzung benötigen Sie einen Computer mit Breitband-Internetverbindung (z.B. DSL oder Internet über den Kabelanschluss). Das ebenso erforderliche Zubehör (Webcam und Headset) wird Ihnen kostenlos von uns zur Verfügung gestellt. Eine Webcam ist eine kleine Kamera, die zur Bildübertragung an den Computer angeschlossen wird; bei einem Headset handelt es sich um einen Kopfhörer mit Mikrofon zur Übertragung der Sprache.

Die Startseite des Programms ist hier.

Bild-Spaziergänge

Am Liebsten mag Mama Bilder, die bunt sind und in denen sie spazierengehen kann. So hat ihr dieses Bild mit den Marmeladengläsern gut gefallen. Sie hat mich verblüfft, weil sie viele der Aufschriften lesen konnte. Allerdings war die leicht schräge Perspektive manchmal schwierig für sie.

Marmelade

Beim Glas rechts vorne wollte sie wissen: „Was ist denn Gebute?“. Unter „Holundermus“ konnte sie sich auch nichts vorstellen. „Das ist vom Holler. Der hat dunkle Beeren und daraus kann man Mus machen“ hat sie verstanden. Beim „Rosen-Apfel-Traum“ war ich auch nicht auskunftsfähig, was man sich darunter genau vorstellen soll. Und die „Spillinge“ in der obersten Reihe sind eine alte, fast vergessene Obstsorte. Auch gestern haben wir eine Stunde lang Bilder angeschaut. Auf diese Art können wir die Welt von draußen in Mamas Zimmer holen.

Digitaler Bilderrahmen

Bis jetzt habe ich Mama immer Zeitschriften mitgebracht und darauf geachtet, daß Geschichten von Promis enthalten waren, die ihr noch ein Begriff sind. Sie kann zwar noch buchstabieren, aber nicht mehr sinnerfassend Texte lesen. Bis vor kurzem beschränkte sich das zwar auf Überschriften oder Bildunterschriften, aber jetzt kann ich nicht mehr mit ansehen, wie sie sich quält abmüht und immer neue Anläufe unternimmt. Nun habe ich ihr beim Markendiskounter (Nordvariante) einen digitalen Bilderrahmen besorgt und auf einem Speicherstift Fotodateien überspielt. Das ist wirklich eine tolle Erfindung.

Photobucket

Heute habe ich nun ausprobiert, ob ihr das gefällt. Als ich nachmittags ankam, war sie gerade hingelegt worden, weil sie so müde und schlapp war. Die anderen Mitbewohnerinnen hingen auch ziemlich in den Seilen. Ich unterhielt mich eine Runde mit einigen Mitarbeitenden. Schließlich wachte Mama auf. Ich brauchte einige Zeit bis das Teil funktionierte. Ich hatte damit gerechnet, daß ich mit Mama vielleicht zehn Minuten oder höchstens eine Viertelstunde Bilder anschauen kann. Sie war ganz angetan und vertieft. Wir waren weit über eine halbe Stunde zugange. Am Besten haben ihr Blumensträuße und Flußlandschaften gefallen. Gegessen hat sie sehr gut und gesprochen hat sie zusammenhängend und durchgehend bairisch. Eine Mitarbeiterin, die Mama nicht verstand, fragte mich, ob ich alles verstehe, was Mama sagt. Sie verstand nämlich überhaupt nichts, wie sie sagte.