Weltalzheimertag 2017: die Vielfalt im Blick

lautet das Motto vom Weltalzheimertag 2017 am 21. September:

Damit soll gezeigt werden: Demenz hat viele Formen und Gesichter. Meist erkranken Menschen erst im höheren Alter an einer Demenz, manchmal jedoch schon während der Berufstätigkeit. Die Krankheit verändert sich auch im Verlauf. Zu Beginn sind Betroffene weitgehend selbstständig, haben viele Fähigkeiten und Entwick-lungsmöglichkeiten. Im späten Stadium benötigen sie immer mehr an Unter-stützung. Am Lebensende können sie ihre Bedürfnisse kaum noch ausdrücken und brauchen eine einfühlsame Begleitung. Menschen mit Demenz können traurig und verzweifelt sein, wenn sie sich einsam und hilflos fühlen. Doch wenn sie im Kontakt mit anderen sind, Liebe und Wertschätzung erfahren, können sie auch Freude am Leben entfalten.

Jeder Mensch ist anders – sorgen wir gemeinsam dafür, dass alle sich als Teil unserer Gesellschaft fühlen können!

heißt es in der offiziellen Erklärung. Einen Veranstaltungskalender zum Weltalzheimertag und zur Woche der Demenz nach Postleitzahlen sortiert findet man hier.

Ich schaue nur noch gelegentlich hier vorbei und freue mich, daß es immer noch Menschen gibt, die sich für die Inhalte des Weblogs interessieren. Demenz und Alzheimer haben jetzt einen anderen Stellenwert in meinem Alltag. Bei einem Bekannten, den ich mehrmals wöchentlich treffe, nehme ich dementielle Veränderungen wahr und versuche ihn so gut wie möglich zu begleiten. Durch meine Erfahrungen kann ich Menschen in seinem Umfeld manches verständlich machen, daß er es nicht böse meint, wenn er sich ein bestimmtes Essen wünscht, das aber nicht mehr weiß, wenn es fertig gekocht ist.

 

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Ohne Glauben – Spiritualität demenzerkrankter Menschen

… heißt ein Artikel auf der theologischen Internetplattform feinschwarznez:

Wie in einem Brennglas konzentriert das Thema Alzheimer die Ängste der Menschen. Demenz ist der verdrängte Schatten der Neuzeit, 1 ist der Theologe und Gerontopsychologe Stephan M. Abt überzeugt.

Demenz bedeutet den Verlust von Vernunft, Kontrolle und Autonomie, und das bei vollem Bewusstsein. Gerade aber über seine Rationalität definiert sich der souveräne Mensch der Neuzeit. Droht uns vor dem Sterben neben dem sozialen Tod durch Vereinsamung und Verarmung im Alter nun auch noch der rationale Tod durch Alzheimer?

Zum vollständigen Artikel geht es hier.

 

Kinderdemenz: Wer rettet Klara?

NCL (Neuronale Ceroid-Lipofuszinose) heißt die Krankheit unter Medizinern. In der Umgangssprache ist von „Kinderdemenz“ die Rede. Die Wochenzeitung die Zeit hat hat dazu ein Dossier publiziert, das nun auch online zugänglich ist und zwar hier.

Osteuropäische Haushaltshilfen: Vor Ort Abladen und Auftanken

In Markdorf am Bodensee haben Ehrenamtliche der Caritas für osteuropäische Frauen, die als Haushaltshilfen rund um die Uhr in Familien Kranke betreuen ein neues Angebot geschaffen. Regelmäßig können sich die Frauen treffen, um deutsch zu lernen und sich über ihre Situation auszutauschen. In der Sozialcourage 3 / 2016 ist darüber ein Artikel erschienen: Ein Ort zum Abladen und Auftanken.

Der Artikel endet mit folgenden kritischen Überlegungen:

Arbeiten in der Grauzone

Trotz verschiedener Bemühungen, die Situation fairer zu gestalten: Die 24-Stunden-Betreuung von Senioren bleibt eine Grauzone. Je nach vermittelnder Agentur haben die Frauen mal deutsche, mal polnische oder bulgarische Arbeitsverträge. Lohn und Freizeit sind nach dem entsprechenden Arbeitsrecht geregelt – wobei eine 24-Stunden-Haushaltshilfe nie auf den deutschen Mindestlohn kommen wird.

Gerda Dilgers Absicht ist nicht, sich in solche Verträge einzumischen. Wenn sie von Missständen erfährt, ermutigt sie die Frauen, die Beteiligten auf ihr Problem aufmerksam zu machen und mit ihnen Lösungen zu suchen: mit dem Hausarzt, den Angehörigen, der vermittelnden Agentur, mit Nachbarn.

Im Austausch mit den Vermittlungsagenturen gibt sie auch mal den einen oder anderen Tipp, zum Beispiel, dass die Familien angehalten werden, für die Osteuropäerinnen Internet und Skype einzurichten, damit sie Kontakt in die Heimat halten können.

 

Im alten Alzheimer-Weblog hatte ich schon Einiges zu Haushaltshilfen aus Osteuropa geschrieben, was nach wie vor immer noch aktuell ist:

September 2005:
Legal – illegal – scheißegal

23. März 2006:
Nahe Fremde
über einen Artikel im Tagesspiegel

Weltalzheimertag 2016: Jung und Alt bewegt Demenz …

weltalzheimertag-2016… ist das Motto vom Welt-Alzheimertag 2016, der am 21. September begangen wird. Während der Woche vom 19. – 25. September findet die „Woche der Demenz“ statt. An vielen Orten wird zu ganz unterschiedlichen Veranstaltungen eingeladen.

Einen deutschlandweiten Veranstaltungskalender, der nach Postleitzahlen sortiert ist, findet man hier.

Seit 1994 finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation der Alzheimer-Kranken und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen.

Weltweit sind etwa 46 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050 wird die Zahl auf voraussichtlich 131,5 Millionen ansteigen, besonders dramatisch in China, Indien und den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Was passiert am Welt-Alzheimertag?

In Deutschland organisieren die örtlichen Alzheimer-Gesellschaften und Selbsthilfegruppen jedes Jahr eine Reihe von regionalen Veranstaltungen. Mit Vorträgen, Tagungen, Gottesdiensten, Benefizkonzerten usw. machen sie die Öffentlichkeit auf das Thema Alzheimer aufmerksam.

Immer wieder geht es darum, auf die Situation der 1,5 Millionen Demenzkranken und ihrer Familien in Deutschland hinzuweisen. Auch wenn gegenwärtig eine Heilung der Krankheit nicht möglich ist, kann durch medizinische Behandlung, Beratung, soziale Betreuung, fachkundige Pflege und vieles mehr den Kranken und ihren Angehörigen geholfen werden.