Alzheimer Früherkennung: Das Geschäft mit der Angst

Screenshot Report 13. März 2012

… war der Titel eines Beitrags vom Report-Politmagazin am 13. März 2012. Es begann wieder dramatisch mit „Alzheimer als Kernschmelze der Persönlichkeit“, aber der Rest des Beitrags war seriös recherchiert und gut aufbereitet. Derzeit gibt es Radiologen, die vorgeben durch eine Untersuchung mit bildgebenden Verfahren eine Früherkennung von Alzheimer zu ermöglichen.

Dazu meint Hans Gutzmann, Prof. für Gerontopsychiatrie, St. Hedwig-Kliniken Berlin:
„Alzheimer ist eine Erkrankung, die beginnt mit Gedächtnisstörungen. Radiologen sind nicht die Fachärzte, die als erste Gedächtnisstörungen feststellen, sondern die machen ganz andere Dinge. Und Radiologen spielen bei der Alzheimer-Diagnostik eine Rolle; aber erst nachdem die Klinik erwiesen hat, dass Störungen vorliegen, nicht bevor die Klinik etwas erwiesen hat, das heißt, das ist die falsche Reihenfolge, die da in diesen Maßnahmen, in diesen Präventivmaßnahmen genommen wird, ganz ganz unglücklich, ganz unglücklich.“ (von hier)

Den Beitrag (etwa sechs Minuten) kann man auf der Sendungshomepage anschauen und zwar hier.

Handarbeiten gegen Alzheimer?

Stricken gegen Stress und Gedächtnisverlust ist ein Artikel in der taz vom 28. April 2011 überschrieben.

Ein amerikanischer Forscher hat 400 (!) vierhundert Senioren nach ihren Freizeitbeschäftigungen befragt. Dabei kam er zu folgendem Ergebnis:

Das Ergebnis: Wer regelmäßig strickte, Bücher las oder Computer spielte, anstatt fernzusehen, hatte ein um 40 Prozent reduziertes Risiko für pathologische Gedächtnisverluste, eine Vorstufe der Alzheimer-Demenz. Der Effekt zeigte sich auch, wenn diesen Hobbys erst später im Leben nachgegangen wurde.

Vierhundert Befragte sind keine so große Gruppe als dass man daraus ein repräsentatives Ergebnis ableiten könnte. Diejenigen, die jetzt hierzulande alt sind und von Demenz betroffen, gehören zu der Generation, für die Handarbeiten selbstverständlich zu ihrer Kindheit und Jugend dazugehörte. Man kann nun andersherum fragen, wie hoch der Anteil an Dementen bei dieser Altersgruppe wäre, wenn sie mit den Handarbeitsstandards ihrer Kinder- oder Enkelgeneration aufgewachsen wären.

Fazit: Manchmal hat es skurile Züge, aber meist nervt es mich, wenn wieder eine neue Sau durch das mediale Dorf getrieben wird, was – angeblich – vorbeugend gegen Alzheimer wirkt (u. a. ein gewisser Weinkonsum, Mittelmeerküche, ein höheres Quantum an Kaffee als der Durchschnittsdeutsche zu sich nimmt …)