Religion, Spiritualität, Weltanschauung bei Demenz

In den letzten Tagen – also in Zeiten von Corona – kamen auffällig Suchanfragen zum Thema Religion, Weltanschauung, Spiritualität oder „religiöse Unterstützung bei Alzheimer“. Die Blogbeiträge, die ich dazu verfaßt habe, sind hier zu finden.

„Getröstet und geborgen“ heißt eine Bibelausgabe für Demenzkranke. Die Rezension dazu ist hier.

Einen Gottesdienst für Demenzkranke wie er für die BewohnerINNEN des Pflegeheims, in dem meine Mutter gelebt hat, stattfand zum Thema „vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang“ beschreibe ich   hier

 

Gewonnen …

Das „Alzheimer und wir„- Blog hat es geschafft. Nominiert als „Themenblog“ hat es den „goldenen Blogger 2019“ gewonnen. Herzlichen Glückwunsch. Für das Thema Alzheimer und Demenz in der Öffentlichkeit ist das sehr wichtig.

Die Preisvergabe zeigt auch, daß sich im öffentlichen Bewußtsein etwas verändert hat. Inzwischen bekommen auch Blogs Preise, in denen die Grenzen des Lebens im Mittelpunkt stehen.

 

Alzheimer und wir …

… ist als „Nischenblog“  für den „goldenen Blogger“-Preis nominiert, der Anfang März vergeben wird.

Peggy ist Mutter von drei Kindern und lebt weit weg von ihrer Mutter, die vor acht Jahren im Alter von 55 Jahren an Alzheimer erkrankt ist. Sie versucht ihren Vater so gut wie möglich aus der Ferne zu unterstützen und erzählt, welche Fragen sie in ihrem Alltag beschäftigen, wie sie versucht, den Spagat zwischen ihrer eigenen Familie und der Situation der Eltern zu leben. Das Blog ist  hier zu finden.

 

x

Umzug von Heim zu Heim

Rasante Beschleunigung von Alzheimer beim Umzug ins Heim hatte ich einen Beitrag überschrieben. Ich habe dort der Verallgemeinerung widersprochen, die in dieser Behauptung zum Ausdruck kommt.

Ein Kommentator des Beitrags fragt:

Kann ein Umzug einer dementen Person von einem Heim in ein anderes schaden, ist es gut oder ist es egal, weil die Person das sowieso nicht merkt ?

Das ist noch einmal eine andere Situation. Da meine Mutter von einem Heim in ein anderes Heim umzog, habe ich damit ganz konkrete Erfahrungen gemacht.

Für Menschen, die mit einer dementiellen Veränderung leben, ist ein gewohnter Rhythmus sehr hilfreich. Es muß aus meiner Sicht schon sehr schwer wiegende Gründe für einen Umzug in ein anderes Heim geben. Meine Mutter hat deutlich machen können, daß sie nicht in diesem Heim bleiben will und konnte auch sagen, was im anderen Heim anders sein soll.

Sie wollte ein Zimmer für sich allein statt eines Zweibettzimmers. Das Bad wollte sie für sich haben und nicht mit anderen Menschen teilen. Sie wollte viel Kontakt mit Tieren haben. Das alles war im zweiten Heim gegeben. Alle zwei Wochen gab es einen Ausflug zum Tierbauernhof, wo Mama eine Lieblingsziege hatte ( Wenn die Ziege Husten hat). Außerdem gab es drei Therapiehunde-Teams. So bekam meine Mutter wöchentlich Besuch von einem Therapiehund ( Wenn der Therapiehund kommt …). Außerdem wurden im Heim Katzen, Vögel und Kaninchen gehalten. Für meine Mutter war der Umzug ins neue Heim eine Erfolgsgeschichte. Das war aber nur möglich, weil eine entsprechende Vorbereitung durch das neue Heim gegeben war und die Eingewöhnungsphase sehr gut gestaltet war. Die Einzelheiten dazu kann man  hier nachlesen.

Daß eine demente Person nichts vom Umzug in eine neue Umgebung bemerkt, kann ich mir – selbst im letzten Stadium einer dementiellen Veränderung – nicht vorstellen.

 

x

 

Ein Dorf für Demenzkranke am Bodensee?

Seit ich im Sommer 2015 erstmals das niederländische Demenzdorf „de Hogeweyk“ hier im Blog erwähnt habe, sind immer wieder Besucher über dieses Stichwort auf das Blog gekommen. Inzwischen gibt es auch ein deutsches Demenzdorf bei Hameln in Nieder-sachsen. Allerdings mußten aufgrund der deutschen administrativen Rahmenbedingun-gen konzeptionelle Zugeständnisse gemacht werden, denn so ein Demenzdorf ist mit deutschen Richtlinien und Vorgaben nur schwer umzusetzen.

In Hergensweiler bei Lindau soll nun für 120 Menschen ein Demenzdorf entstehen, das näher am niederländischen Orginal dran ist. Das wäre dann möglich, wenn dieses Vorhaben ein Forschungsprojekt werden könnte. Darüber ist in der gestrigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung ein Artikel erschienen und zwar hier.

Nachtrag: Ich habe mir die Suchworte angeschaut, die auf dieses Blog geführt haben. Es führt : „alzheimerblog wordpress“. Danach kommt in unterschiedlichen Varianten das Demenzdorf in den Niederlanden – und danach kommt lange nichts. Das scheint mir ein Hinweis zu sein, daß viele Menschen nach einer anderen Betreuungsform für demente Menschen suchen als das, was sie bis jetzt meist vorfinden.

 

x

 

Wäsche und Kleidung kennzeichnen

Gelegentlich schaue ich, welche Begriffe am häufigsten unter den Suchbegriffen, die zu diesem Blog führen, auftauchen. Unangefochtener Spitzenreiter ist Wäsche bzw. Kleidung kennzeichnen für Altenheim / Seniorenheim / Pflegeheim. Ich erinnere mich noch gut an den Ärger, den ich im ersten Heim hatte. Der Beitrag, wie unterschiedlich es laufen kann, ist hier zu finden. Eine Digitalkamera leistet unschätzbare Dienste. Ich habe inzwischen auch schon von Angehörigen gehört, die sich Listen unterschreiben lassen.

 

 

x

Der Mensch, der ich einst war – mein Leben mit Alzheimer

heißt ein Buch, auf das ich durch die taz von gestern aufmerksam geworden bin. Bei Wendy Mitchell wurde 2014, als sie 58 Jahre alt war, Alzheimer diagnostiziert. Sie erzählt, wie sie mit der Krankheit lebt. Auf der Verlagsseite kann man eine ausführliche Leseprobe herunterladen. Wer Englisch lesen mag, kann ihrem Blog  which me am I today  folgen.

 

x

Endlich: Berliner mit Betreuer dürfen wählen

Berliner, die dauerhaft einen Betreuer an ihrer Seite haben, dürfen künftig wählen. Eine entsprechende Änderung des Landeswahlgesetzes wurde am 7. März 2019 von den Abgeordneten mehrheitlich beschlossen. Das Gesetz regelt die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen.

Bislang waren Menschen von Wahlen ausgeschlossen, die zur Besorgung aller Angelegenheiten dauerhaft einen Betreuer haben. Eine Betreuung bekommen die Betroffenen, wenn sie zum Beispiel eine psychische Krankheit haben oder körperlich oder geistig behindert sind. Zudem durften Berliner nicht wählen, die wegen einer im Zustand der Schuldunfähigkeit begangenen Straftat in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht sind. Diese Gruppen können nun wählen. Die Fraktionen von SPD, Linke und Grünen hatten die Änderung eingebracht.

Christian Specht, der selbst unter Betreuung steht und viele Jahre politisch engagiert ist, schreibt in der taz, was diese Gesetzesänderung für ihn bedeutet – und zwar hier.