Demenz – es trifft sogar Katzen …

weiß der Berliner Kurier – wenn sie entsprechend alt werden. Das Bild ist aus der Kunsttherapie in dem Heim, in dem meine Mutter gelebt hat.

Katze

Kunsttherapie

Advertisements

Wenn der Therapiehund kommt …

Da in letzter Zeit häufig nach „Therapiehund“, „Hundebesuchsdienst“ oder „tiergestützte Therapie“ gesucht wird, nehme ich ein Posting aus dem alten Blog über die für meine Mutter so wichtigen wöchentlichen Besuche eines Therapiehundes auf:

Vor ein paar Wochen habe ich schon mal hier im Blog ein Gastspiel gegeben. Ich bin 3 1/2 Jahre alt und ein schwarzer Hovawart. Ich heiße Branco. Als Therapiehund besuche ich einmal in der Woche mit Herrchen an Demenz erkrankte Menschen. Ich arbeite eine Stunde und gehe in zwei Gruppen. In jeder Gruppe bin ich eine halbe Stunde. Wenn ich komme gibt es immer ein ganz großes Hallo.

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Alle freuen sich, daß ich da bin, und viele wollen mich streicheln. Manche hatten selber Hunde oder andere Tiere: Ich erinnere sie an ihre Tiere. Manche fragen, was ich gerne fresse oder wie oft mein schönes Fell gebürstet werden muß.

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Zwischendurch muß ich etwas ausruhen, denn als Therapiehund im Hundebesuchsdienst zu arbeiten ist ziemlich anstrengend. Alle schauen mir beim Ausruhen zu. Ich stehe liege im Mittelpunkt. Das gefällt mir gut.

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Plötzlich hat es mich gejuckt und ich habe mich gekratzt. Eine Frau hat entsetzt gerufen: „Er hat einen Floh! Er hat einen Floh!“. Was denkt die denn von mir? Ich habe k e i n e n Floh.

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Dann hat Herrchen mit der Zunge geschnalzt. Ich habe mich aufgesetzt und schaue in seine Blickrichtung. Ich bin nämlich zweisprachig. Nein – ich belle nicht deutsch und englisch. Bellen tue ich überhaupt nicht wenn ich arbeite. Das könnte die Menschen erschrecken. Zweisprachig heißt, daß ich auf Hörkommandos und Sichtzeichen reagiere. Wenn Herrchen also schnalzt, dann weiß ich, daß ich in seine Richtung schauen muß, weil dann ein Sichtzeichen kommt.

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Leckerli bekomme ich auch. Manchmal sind die alten Leute ein bißchen ungeschickt, aber das macht nichts. Ich freue mich trotzdem. Die alten Leute wissen von früher, was sie nicht machen sollen. Bei den behinderten Kindern in der Therapiehund-Ausbildung war das anders. Da mußte ich lernen, daß die mir ins Maul fassen und dass ich nicht einmal schnappen darf, wenn sie mir Futter aus dem Maul nehmen. Aber das tut hier niemand. Wenn ich meine Abschiedsstreichelrunde gemacht habe, dann bin ich sehr müüüde, werde nach Hause gebracht und schlafe dann erst einmal zwei Stunden. Nächste Woche komme ich wieder.

Brancos erster Besuch in der Alzheimer-Wohngruppe

Kollege-Hund-Tag

Heute am 27. Juni ist der „Kollege-Hund-Tag“, der vom deutschen Tierschutzbund ausgerufen wurde. Weil Hunde das Arbeitsklima verbessern, soll heute die Gelegenheit sein, den tierischen Gefährten mit zur Arbeit zu nehmen.

Ich nehme es zum Anlaß an Largo, den Therapiehund zu erinnern, der meine Mutter wöchentlich besucht hat und ihr viel Freude machte:

Therapiehund Largo

Therapiehund Largo

Zum Weiterlesen:
Wenn der Therapiehund kommt
Nur meiner!

Therapiehund Quedo im Einsatz

Die Besuche von Therapiehund Largo gehörten für meine Mutter zu den Highlights des Heimalltags – nein es war die meiste Zeit das Highlight. Gelegentlich konnten Besuche vom „Herrn Pfarrer“ noch den Therapiehund toppen.

Daran wurde ich durch einen sehr anschaulichen Artikel über  Therapiehund Quedo erinnert, den ich sehr empfehle. Dort wird von der Ausbildung und von Quedos Einsätzen im Seniorenheim und bei behinderten Kindern berichtet. Eine Bildergalerie gibt es auch. Quedo und sein Halter haben eine eigene Website und ein Weblog und zwar hier.

Mehr zu Largo, einem schwarzen Hovawart und Therapiehund meiner Mutter und anderen Therapie-Tieren (Kaninchen, Alpaka) ist unter der Kategore „Tierisches“ im alten Alzheimerblog zu finden.

Ausbildung zum Alzheimerhund

… lautet eine Suchanfrage des heutigen Tages, die einen Nutzer auf dieses Weblog brachte und mich – zugegebenermaßen – zum Schmunzeln brachte, denn bei einem „Alzheimerhund“ stelle ich mir spontan einen Hund vor, der dieses Krankheitsbild hat, woran auch immer man die Desorientierung festmachen mag. Ich vermute aber, dass nach einem Hund gesucht wird, der Alzheimerkranke besucht und eine entsprechende Therapiehundeausbildung hat. Darüber habe ich einiges geschrieben, aber das wurde bei der Suchanfrage nicht gefunden. Die Geschichten und Erlebnisse mit Therapiehund Largo sowie Details über seine Ausbildung sind unter der Kategorie „Tierisches“ abgelegt.

Die Frage „besuchshund im seniorenheim steuerlich absetzbar?“ kann ich nicht beantworten. Ich weiß nur vom Halter des Besuchshundes, daß die amtstierärztlichen Untersuchungen für Therapiehunde kostenfrei sind. Vom Heim bekommt der Hundehalter eine Aufwandsentschädigung von weniger als 20 Euro pro Termin.

Alpakas im Altenheim

Warum nicht? Beim Sommerfest im Pflegeheim waren sie eine Attraktion. Nur meiner im Rollstuhl sitzenden Mutter waren sie zu groß. Aber ein neuer Trend scheint sich in der Tiertherapie oder richtiger gesagt in der „tiergestützten Therapie“ anzubahnen, wenn man dem Magazin Spiegel glauben darf. Alpaka- statt Delphintherapie: Genauso effektiv, aber nur ein Zehntel des Delphintherapiepreises. Mit 1600 Euro für 10 Therapiestunden ist man mit den Alpakas dabei.

Beim Weiterlesen des <a href=“Beim Weiterlesen des <a href=“http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78076147.html&#8220; title=“Spiegel-Artikels“></a>“ target=“_blank“>Spiegelartikels</a> werde ich zunehmend ärgerlich. Da ist nur von Auswüchsen und finanzieller Abzocke, also den „schwarzen Schafen“ die Rede. Und die gibt es überall. Da heißt es:

<blockquote>Hundebesitzer, die früher ehrenamtlich in den Kindergarten gingen, stellen jetzt pro Stunde gern mal 300 Euro in Rechnung – als angebliche Prophylaxe gegen psychische Erkrankungen.</blockquote>.

Therapiehund Largo, der die Wohngruppe meiner Mutter regelmässig besucht hat, hatte eine zweijährige Ausbildung zum Therapiehund durchlaufen und zwar für Demenzkranke und für behinderte Kinder. Diese Ausbildung hat den Besitzer 1600 Euro gekostet. Ob das von der Steuer absetzbar ist, weiß ich nicht. Die Besuche im Heim waren ehrenamtlich und die Aufwandsentschädigung pro Einsatz war 15 oder 20 Euro. Außerdem waren die regelmässigen amtstierärztlichen Untersuchungen für den Hundehalter umsonst.  Wer mehr über den Hundebesuchsdienst wissen will, findet einige Blogeinträge unter der Kategorie „Tierisches“.

Neuer Therapiehund im Einsatz

Im Wochenplan für die vergangene Woche stand unter den Freitagsaktivitäten: „Kennenlernrunde mit Therapiehund Lenox“. Nanu? Bis jetzt war doch regelmäßig Therapiehund Largo im Einsatz? Ein neuer Hund? Wie wird Mama auf ihn reagieren. Sie hängt doch so an Largo. Von den anwesenden Mitarbeiterinnen wußte niemand, was es mit dem neuen Hund auf sich hat. Eine hat ihn schon mal von der Ferne gesehen. Mit Hunderassen kenne sie sich nicht aus. Er sei sehr groß, größer als ein Schäferhund, schwarz und flauschiges Fell. Die Beschreibung würde auch auf Largo passen. Ja, schon, aber er sei deutlich anders. Wie meine Mutter auf den neuen Hund reagiert hat, wollte ich wissen. Die, die den Hund von ferne kennt, hatte Spätdienst und meinte: „Ihre Mutter hat den ganzen Nachmittag immer wieder begeistert vom Hund erzählt. Ich denke, sie mag ihn.“ Ich werde weiter berichten.