Fernsehtipp: “Schockdiagnose Alzheimer” bei Maischberger

Letzte Woche wurde im Fernsehen der Spielfilm “die Auslöschung” ausgestrahlt, Ich habe die Vorschau dazu gesehen und entschieden, daß ich den Film nicht sehen möchte. Die Sicht, die vermittelt wurde, war zu sehr von der defizitären Seite der Demenz geprägt. Vermutlich hat es mit diesem Film zu tun, daß in der nächsten Talkshow “Menschen bei Maischberger” das Thema “Schockdiagnose Alzheimer: Unheimlich und unhailbar” dran ist.

Die Gästeliste klingt interessant:
Gäste: Lisa Fitz (Mutter demenzkrank/Kabarettistin), Eva Jacob (Schwester demenzkrank/Sängerin der „Jacob Sisters“), Gabriele Briem (Ehemann demenzkrank), Helga Rohra (demenzkrank), Prof. Dr. Frank Jessen (Alzheimer-Experte), Jens Spahn (Gesundheitspolitischer Sprecher/CDU). Besonders auf Lisa Fitz, die gern und viel quer denkt und sagt und auf Helga Rohra, die selber betroffen ist, bin ich gespannt.

Dienstag, 21.05.2013, 22:45 Uhr, ARD
(Wiederholungen:
Mittwoch, 22.05.2013, 03:35 Uhr, ARD
Sonntag, 26.05.2013, 1:00 Uhr, 3sat)

Entmündigt – haben Betreuer zu viel Macht?

Bei “Menschen bei Maischberger” ging es gestern um das Thema “entmündigt – haben Betreuer zu viel Macht?”.

Es diskutierten:

Gaby Köster, Schauspielerin und Schlaganfallpatientin
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Justizministerin
Ursula Butenschön, deren Mann unter Demenz leidet
Hiltrud Boldt, deren verstorbene Mutter Betreuungsopfer wurde
Jörg Tänzer, Bundesverband freier Berufsbetreuer
Volker Thieler, Rechtsanwalt für Betreuungsrecht

Wer die Sendung verpaßt hat, kann sie zu folgenden Zeiten anschauen:
Mittwochnacht auf Donnerstag, 25.04.13 | 02:40 Uhr (MDR)
Samstag, 27.04.13 | 23:25 Uhr (3sat)
Später wird die Sendung dann in die Mediathek eingestellt.

Wann ins Heim?

Menschen mit Alzheimer – wann ins Heim war eine Suchanfrage heute. Eine schwierige Entscheidung. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem pflegende Angehörige nicht mehr können und / oder die Schwere der Krankheit einen Grad erreicht hat, wo ambulante Maßnahmen nicht mehr greifen. Bevor man als pflegende/r Angehörige/r in diese Situation kommt, gibt es viele Anzeichen. Hier können Beratungsstellen für pfelegende Angehörige weiterhelfen, die es inzwischen an vielen Orten gibt.

Aber was tun, wenn es keine Angehörigen gibt, die in der Nähe wohnen (können) und jemand noch zuhause lebt? Dann stellen sich ganz unterschiedliche Fragen: Wie ist daa Alltagsleben des Kranken organisiert? Welche Ansprechparnter hat er / sie (ambulanter Pflegedienst, Besuchsdienst, gerontopsychiatrischer Dienst, Nachbarn …). Wo gibt es Lücken und wie können diese gefüllt werden? Wie steht es um die Sicherheit des Kranken aber auch der Nachbarn? Wenn diese nicht mehr gewährleistet werden kann, dann führt kein legaler Weg mehr an der stationären Unterbringung vorbei.

Meine Mutter konnte durch freundliche Nachbarn, die ansprechbar waren, relativ lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Die Toleranzgrenze war allerdings überschritten als sie vergaß, daß sie in der Küche Essen auf den Herd hatte, den Rauchmelder nicht hörte, die Nachbarn die Feuerwehr verständigten und diese mit einem Löschzug anrückte und meine Mutter davon später aber überhaupt nichts wußte. Zum Thema “wie finde ich ein gutes PflegeheimT” habe ich mir hier hier einige Gedanken gemacht.

deutsch-polnisches Caritas-Projekt für legale Haushaltshilfen

In den Regionen Paderborn, Olpe und Soest hat die Caritas ein Projekt inittiert, das ermöglicht, daß pflegebedürftige Senioren durch die Hilfe von polnischen Haushaltshilfen in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. Der neue Service richtet sich an Menschen, die Caritas-Sozialstationen nutzen. Die Caritas sorgt dafür, daß Kontakte hergestellt werden, die polnischen Pflegekräfte einen Deutschkurs absolvieren und einmal wöchentlich in den Familien besucht werden. Die Caritas unterstützt die Familien bei den anfallenden bürokratischen Formalitäten. Mehr dazu hier

VERGISS MEIN NICHT: das Buch zum Film

Gestern hatte ich die Gelegenheit, das beim Herder-Verlag zum gleichnamigen Film erschienene Buch genauer anzuschauen. In diesem Buch geht es wesentlich mehr als im Film (siehe meine Filmkritik) um die Alzheimer-Krankheit von Gretel Sieveking. David Sieveking geht hier auch auf Themen ein, die man sich im Film gewünscht hätte, wie man etwa damit umgeht, wenn ein demenzkranker Angehöriger mangels Krankheitseinsicht weiterhin Autofahren will.

Das Buch bringt aber überhaupt nichts, was nicht schon in den Krankheitsberichten von betroffenen Angehöriger geschrieben worden wäre. Mit fast 17 Euronen finde ich es auch etwas sehr teuer. Es wird offenbar gut angenommen, denn es finden viele Lesungen damit statt.

Heute in den Suchbegriffen

“Meine Mutter ist im Altenheim gefallen. Muß das Altenheim mich benachrichtigen?”

Die Frage hat unterschiedliche Dimensionen, nämlich die des mitmenschlichen Umgangs und die rechtliche. Wenn Sie die gesetzliche Betreuung für den Bereich Gesundheitssorge für ihre Mutter haben, dann müssen Sie über alle gesundheitlich relevanten Veränderungen benachrichtigt werden. Ist das nicht der Fall, dann – rechtlich gesehen – nicht. Wenn Sie die Person sind, die sich hauptsächlich um die Mutter kümmert, dann ist es wünschenswert, wenn die Kommunikation so gut ist, daß Sie so schnell und umfassend wie möglich einbezogen werden. Wenn Sie öfter feststellen, daß Sie nicht angemessen informiert werden, können Sie sich an den Heimbeirat wenden.

Dieses Statement stellt keine Rechtsberatung dar.

Polnische Pflegekräfte und Ausbeutung …

so lautete gestern eine Suchanfrage, die zu diesem Weblog führte. Das machte mich neugierig und ich gab diese Kombination meinerseits ein um herauszufinden, was darunter zu finden ist. Natürlich sind Pflegekräfte Haushaltshilfen gemeint. Und seit längerer Zeit gibt es die Möglichkeit, polnische Kräfte legal einzustellen. Ich bin tatsächlich auf eine Agentur gestossen, die sich von jeglicher Form der illegalen Arbeit polnischer Pflegerinnen distanziert.

Wenn man eine polnische Pflegekraft oder Haushaltshilfe legal anstellt d.h. für sie werden im Heimatland Krankenversicherungsbeiträge, Sozialversicherungsbeiträge und Rentenversicherung und Unfallversicherung abgeführt, außerdem wird das Gehaltsniveau im Heimatland – also Polen – herangezogen, dann kostet das je nach Vorqualifikation der betreffenden Person zwischen 1500 und 2400 Euro monatlich.

Dazu sind vom Arbeitgeber die Kosten für Unterkunft und Verpflegung zu tragen und die Kosten für An- und Rückreise. Je nach Fahrtstrecke würden diese zwischen 80 und 200 Euro (für Hin- und Rückfahrt) betragen und alle drei Monate anfallen, weil alle drei Monate eine neue Pflegekraft anreist.

Außerdem wird pro Vertrag eine Bearbeitungsgebühr von etwas über 350 Euro berechnet, das wären 1200 Euro im Jahr für vier Vertragsabschlüsse.

Wenn man einen mittleren Reisekostenwert von 150 Euro zugrunde legt, dann kommt man auf monatliche Aufwendungen zwischen 1666,00 Euro und 2534,00 Euro, wobei die Kosten für Unterkunft und Verpflegung noch nicht eingerechnet sind.

Man geht davon aus, daß 100 000 Pflegebedürftige zuhause versorgt werden. Abgesehen von einer Fernsehdokumentation, in der Familien gezeigt wurden, die eine polnische Pflegekraft legal eingestellt haben und unendlich viel Papierkram damit verbunden war, habe ich noch nie jamanden kennengelernt, der die hier genannten Beträge für eine Pflegekraft aus Osteuropa, egal ob aus Polen, Litauen, Weißrussland oder Rumänien. Mein Eindruck ist vielmehr, daß sich die Herkunftsländer immer weiter nach Osteuropa in die ärmeren Regionen verschieben.